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Angeln für Anfänger – Was brauche ich?

Angeln für Anfänger

Angeln für Anfänger – die ersten Schritte zum schönsten Naturerlebnis der Welt sind keine einfachen, denn Angeln ist mehr als nur den “Wurm zu baden”. Von der Auswahl des richtigen Equipment über die Gewässerwahl bis hin zur Versorgung der Beute und rechtlichen Schutzbestimmungen gibt es unzählige Regeln und Gebote, die es einzuhalten gilt. Aber das Leben ist bekanntlich nichts für Weicheier, also werde ich hier das wichtigste erläutern und ein paar grundlegende Dinge aufklären.

Angeln für Anfänger – Die Ausrüstung

Angeln für Anfänger

Foto: Jan Tik; Edit: Chabacano (Wikimedia)

Beim Gang in das Fachgeschäft wird der Anfänger meist mit einer überwältigenden Menge an Zubehör erschlagen. Was wirklich sinnvoll ist und was nicht zeigt sich oft erst auf dem zweiten Blick. Daher sei hier einmal das wichtigste auf den Punkt gebracht.

Die Rute: Es gibt viele verschiedene Angelruten für ganz unterschiedliche Zwecke. Sie sind meist zwischen 2 und 4 Meter lang, verfügen über einen Kork- oder PVC-Griff und mehr oder weniger viele Rutenringe. Sie kommen in zwei Ausführungen, als Steckrute und als Teleskoprute. Die Steckrute besteht aus 2 oder mehr steckbaren Einzelteilen, während die Teleskoprute aus vielen kleinen Segmenten besteht, die ineinander geschoben werden können und beim Einsatz teleskopartig auf ihre volle Länge ausgefahren werden können. Für welche Rute man sich entscheidet, hängt von vielen kleinen Faktoren ab, ist letztlich aber vor allem Geschmackssache. Die Steckrute hat in der Regel eine bessere Aktion (sie biegt sich gleichmäßiger beim Wurf oder Drill) und ist qualitativ meist hochwertiger, da sie aus weniger Teilen besteht als die Teleskoprute. Die Qualität geht allerdings zu Lasten der Transportgröße, da die Telerute meist kleiner zusammengefahren, als die Steckrute auseinandergesteckt werden kann. Für den Anfang empfiehlt sich eine Teleskoprute, da sie in der Regel günstiger und robuster ist. Außerdem lässt sich ein Anfängerfehler zu Lasten der Rute bei einer 30-Euro Rute besser verschmerzen als bei einer 300-Euro Rute.

Die Rolle: Bei der Rolle lohnt es sich besonders, auf Qualität zu achten. Schließlich ist sie voll mit sich rotierenden, mechanischen Teilchen, die rund laufen müssen. Daher empfiehlt sich der Praxistest im Laden. Läuft die Rolle ruhig und reibungslos? Wackelt die Kurbel oder sitzt alles an seinem Platz? Auf keinen Fall darf man sich von übertriebenen Kugellagern blenden lassen. Schließlich bringen auch 10 Kugellager keinen Vorteil, wenn die Rolle nicht sauber verarbeitet ist. Eine Rolle der Größe 2500 ist ein guter Start. Sie ist nicht zu groß und nicht zu klein für die meisten Anwendungen im Süßwasser.

Die Hauptschnur: Bei der Wahl der Schnur gibt es zwei Optionen: Monofile Schnur oder geflochtene Schnur. Während die Monofile recht dehnbar ist, zeichnet sich die Geflochtene durch ihre sehr geringe Dehnbarkeit aus, sie bietet damit den direkten Draht zum Köder. Dafür ist sie aber oftmals teurer und billige geflochtene Schnüre meist von mangelnder Qualität. Daher greift man als Anfänger am besten auf eine Monofile Schnur zurück. Sie ist abriebfester und günstiger. Die Dehnbarkeit der Schnur wirkt als zusätzlicher Puffer im Drill und die Knoten gehen in der Regel bei monofiler Schnur leichter von der Hand.

Kleinteile: Hier liegt der Hase im Pfeffer. Die Flut an verfügbaren Kleinteilen ist unüberschaubar, daher sollte man sich gerade als Anfänger auf das nötigste beschränken. Dazu gehören: ein paar Posen mit Tragkräften zwischen 2 und 5 Gramm, ein paar kleine Grundbleie und Futterkörbe, ein Schnurlaufröhrchen (da wird das Blei eingehängt), eine Gummiperle (um den Knoten beim Wurf zu schützen), ein Arsenal an Karabinerwirbeln (hier unbedingt auf Qualität achten!), sowie ein Set an fertig gebundenen Vorfächern in verschiedenen Hakengrößen (10-16).

Angeln für Anfänger

Foto: Piotrek91 (Wikimedia)

Nicht direkt am Fischefangen beteiligt, aber dennoch nötig sind ein Fischtöter, ein Messer, Maßband, eine Köderdose, ein Hakenlöser und ein Kescher. Außerdem empfiehlt es sich, eine Zange (falls der Haken aus “unüblichen” Orten entfernt werden muss) und ein Fangbuch (indem man alle Details des Angeltages notiert) mit sich zu führen.
Das ist das nötigste, was man beim Angeln für Anfänger braucht. Später lohnt es sich, in eine zweite (oder dritte, vierte…) Rute zu investieren und sich mit seiner Ausrüstung etwas zu spezialisieren. Man findet schließlich seine Nischen…

 

 

Schlaufenknoten – Wie binde ich Schlaufenknoten?

Verwendungen für Schlaufen gibt es beim Angeln viele: Als Verbindung zum Vorfach, um Kunstköder zu montieren und viele mehr. Zeit also, sich ein paar Schlaufenknoten anzuschauen. Auf dieser Seite habe ich die populärsten Schlaufenknoten aufgelistet.

 

Chirurgenschlaufe

 

Die Chirurgenschlaufe ist der wohl einfachste Schlaufenknoten. Er garantiert eine hohe Tragfestigkeit sowohl bei monofiler als auch bei geflochtener Leine.

Er lässt sich wie folgt binden:

  1. Bilde eine Schlaufe
  2. Binde einen Überhandknoten mit der Schlaufe. Achtung! Ein einfacher Überhandknoten reicht nicht aus, der Knoten sollte mindestens mit 3 Überschlägen gebunden werden.
  3. Anfeuchten und zuziehen

Eine weitere Anleitung zum Binden der Chirurgenschlaufe gibt es hier.

Die Chirurgenschlaufe lässt sich nicht nur am Ende der Hauptschnur verwenden, sondern auch auf vielfältige Weise an der Seitenarmmontage. In einem gewissen Abstand zum Schnurende bindet man einfach eine simple Chirurgenschlaufe, in die man beispielsweise vorher einen Wirbel einhängt. So erhält man eine einfache Seitenarmmontage, die man beispielsweise für die Grundangelei einsetzen kann.

 

Endschlaufenknoten

 

Etwas komplizierter ist der Endschlaufenknoten. Allerdings wird die Mühe belohnt durch eine enorme Tragfestigkeit. Fast die gesamte lineare Schnurstärke wird bewahrt! Das Binden ist dennoch etwas aufwendig und erfordert etwas Übung:

 

  1. Schnurende doppelt legen. Mindestens 10 cm doppelte Schnur werden benötigt. Falls gewünscht, kann man jetzt einen Wirbel oder ähnliches aufziehen und am Ende der Bucht platzieren.
  2. Die nächsten Windungen nicht zu eng legen, ansonsten entsteht beim Zusammenziehen ein undurchschaubares Knäuel, was nichts mit dem eigentlichen Knoten mehr zu tun hat. Zwei Windungen sind hier völlig ausreichend.
  3. Die in Schritt 2 gelegten Windungen werden in gleicher Anzahl entgegengesetzt zurückgebunden.
  4. Schließlich wird das Schnurende wieder durch die erste Schlaufe gezogen und der Knoten langsam und mit Gefühl zugezogen. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl vonnöten, damit sich der Knoten nicht zu einem Knäuel entwickelt. Die Windungen müssen sauber und ordentlich ineinander greifen. Nur so ist die maximale Tragfestigkeit gewährleistet.

 

Wiederum findet ihr hier auch noch eine weitere Anleitung mit Video:

 

Perfection Loop

 

Der Perfection Loop ist einer der ältesten Schlaufenknoten. Er ist auch unter dem Namen Compound Loop bekannt und fand schon vor über hundert Jahren Anwendung, vor allem beim Fliegenfischen. Aber auch für andere Arten des Angelsports ist er bestens geeignet, da er sehr simpel zu binden ist und trotzdem eine hohe Tragfestigkeit aufweist. Das besondere am Perfection Loop ist, dass die Schlaufe genau auf einer Linie mit der Hauptschnur sitzt, während sie bei anderen Angelknoten leicht versetzt

Bindeanleitung:

  1. Bilde eine Schlaufe und halte die Schnüre am Schnittpunkt mit dem Daumen fest.
  2. Wickle das Schnurende einmal über den Daumen und unter der Schlaufe durch.
  3. Lege das Schnurende wieder über die Schlaufe
  4. Bilde mit dem Schnurstück, welches auf dem Daumen liegt, eine kleine Schlaufe und führe sie durch die große Schlaufe
  5. Ziehe den Knoten vorsichtig zusammen.

Auch hier gibt’s eine Videoanleitung – diesmal leider auf Englisch:

 

So, ich hoffe das war fürs erste schon eine kleine Einleitung zum Thema Schlaufenknoten. Viel Spaß beim Nachbinden!