Category Archives: Allgemein

TIpps zum Angeln am Forellenteich

Foto:  4028mdk09 (Wikimedia, Creative Commons)

Das Angeln am Forellenteich ist nicht nur etwas für Anfänger. Auch Profis kommen hier auf ihre Kosten. Meist handelt es sich um Anlagen, an denen man eine Tageskarte löst und dann auf Zuchtforellen, in der Regel Regenbogenforellen, angelt. Hierbei unterscheiden sich die Teiche aber in vielerlei Hinsicht. Auch wenn es nach wie vor den klassischen Forellenteich gibt, einen rechteckigen Teich mit Badewannenprofil und nicht vorhandener Ufervegation, investieren Anlagenbetreiber immer mehr in naturbelassene, anspruchsvolle Teiche. An einem guten Forellenteich finden sich nicht selten eine abwechslungsreiche Ufervegetation, Stege und Angelplattformen und oftmals auch ein naturnaher Mischbesatz mit Forellen, Karpfen, Zandern, Aalen, Weißfisch und vielen Spezies mehr. Solche Teiche können auch erfahrene Angler vor echte Herausforderungen stellen, daher möchte ich hier einen kurzen Einblick in den wohl einfachsten Ansatz geben, mit dem man an einen solchen Forellenteich herangehen kann.

 

Das Gerät – leicht und flexibel

Da die meisten Teiche über speziell ausgewiesene Angelstellen verfügen, an denen man genug Raum zum Werfen hat, empfehlen sich lange Ruten ab 3 Metern Länge mit einem Wurfgewicht bis ungefähr 30 Gramm. Damit bekommt man auch leichtere Montagen komfortabel auf eine ausreichende Wurfweite befördert. Die zweite Rute wird mit einem Grundblei ausgestattet, da wir mit ihr die tieferen Gewässerschichten nach Forellen absuchen. Da an den meisten Teichen mindestens 2 Ruten erlaubt sind, sollte man großflächig arbeiten. Um die Fische zu finden, muss man sich ein bisschen in die Sichtweise einer Zuchtforelle hineinversetzen. Zuchtforellen verbringen ihre ganze Jugend, anders als ihre wildlegenden Artgenossen, in einem kleinen Becken zusammen mit unzähligen anderen Forellen. Daher neigen sie auch nach der Umsiedlung in einen größeren Forellenteich zu ausgeprägtem Schwarmverhalten. Entgegen ihren wilden Schwestern, weisen Zuchtforellen wenig Vorliebe für bestimmte Standorte auf. Sie gewöhnen sich nicht an einzelne Hotspots wie umgestürzte Bäume und sind nicht Standorttreu. Das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, dass sie ihre ganze Jugend in einem badewannenförmigen Gartenteich verbracht haben. Wenn während des Heranwachsens nie die Möglichkeit besteht, sich irgendwo zu verstecken, dann wird man es auch nach dem Aussetzen nicht so schnell erlernen. Für uns Angler heißt das im Klartext, dass sich die Forellen in größeren Pulks durch das gesamte Gewässer bewegen. Statt einzelne Hotspots zu befischen, sollte man lieber eine möglichst große Fläche befischen und verschiedene Tiefenschichten nach den Salmoniden absuchen.

 

Ein Regenbogner im Forellenteich; Foto: Adrian Michael

Ein Regenbogner im Forellenteich; Foto: Adrian Michael

 

 

Die Montagen

An der Posenrute wählen wir eine ganz normale Montage mit einer 5-Gramm Pose. Da die meisten Forellen nicht gerade zimperlich zupacken, kann hier mit etwas gröberer Bissanzeige gearbeitet werden, im Extremfall auch mit einer Wasserkugel. Die Grundrute wird mit einem Tiroler Hölzl von 20g ausgestattet. Es sollte frei auf der Hauptschnur laufen, hier hilft man sich am besten mit einem Schnurlaufröhrchen mit Karabiner. Der Clou an der Sache ist hierbei der Köder: Er sollte unbedingt schwimmen, da die meisten Forellen nur ungern ihre Nahrung direkt vom Grund aufnehmen. Außerdem fällt ein schwimmender Köder den Fischen direkt in das Sichtfeld, man muss keine Sorgen haben, dass der Leckerbissen im Kraut verschwindet. Die Rute wird nach dem Ausbringen der Montage waagerecht abgelegt, der Köder treibt bis auf die Länge des Vorfachs auf. So kann man über die Länge des Vordachs genau kalkulieren, in welcher Tiefe der Köder gerade arbeitet. Hat man ein 60cm langes Vordach montiert und der Teich ist an der Stelle 3,40 Meter tief, so wird der Köder auf einer Tiefe von 2,80 Metern präsentiert. Keine Sorge, viel komplizierter wird es nicht. Die Hauptsache ist, dass man verschiedene Wassertiefen durchforstet. Die Grundrute arbeitet knapp über dem Gewässerboden (tiefer als 40cm über Grund lohnt sich meist nicht mehr), die Posenrute hingegen präsentiert den Köder im Mittelwasser oder bis auf Vorfachlänge unterhalb der Wasseroberfläche.

 

Die Technik am Forellenteich

 

Sind die Ruten erst einmal ausgebracht, empfiehlt es sich, aktiv zu suchen. Wir erinnern uns, die Forellen ziehen in größeren Pulks durch das Gewässer und lassen dabei oftmals keine Gewässertiefe aus. Nun kann man einfach warten, bis sie an unserem Köder vorbeikommen. Da ich aber von Natur aus ein ungeduldiger Mensch bin, hole ich die Montage alle 15 Minuten ein Stückchen ein, damit der Köder Strecke macht. Haben wir ein paar Würfe ohne Erfolg gemacht, stellen wir die Pose etwas tiefer oder flacher ein, um in einer neuen Wasserschicht zu suchen. Hat man einen Biss gehabt, lohnt sich oft ein Versuch an der gleichen Stelle in gleicher Tiefe direkt danach. vermutlich sind noch mehr Forellen anwesend.

Als fängige Köder haben sich vor allem die Klassiker wie Made, Tauwurm und Troutbait bewährt. Bienenmaden und Mehlwürmer sind natürlich auch zu empfehlen. Gerade bei Forellenteig ist aber an der Pose vorsicht geboten: Viele Teigsorten sind schwimmend, eignen sich daher vor allem für die Grundrute. Schwimmender Teig sollte aber nicht an der Posenrute gefischt werden, da es hier zu einem merkwürdigen Schnursalat führen kann und der Köder nicht mehr in der anvisierten Tiefe präsentiert wird. Um Maden, Mehlwürmer und andere Naturköder zum Schwimmen zu bringen, eignen sich kleine Styroporkugeln, die einfach zusätzlich auf den Haken gesteckt werden. Extrapunkte gibt es für Reizfarben, die bei unentschlossenen Forellen auch noch das letzte bisschen Überzeugungsarbeit leisten und zum Anbiss verleiten.

Der erste Hecht

DSCI0142

Es gibt Momente im Leben eines jeden Anglers, die man nicht vergisst. Das erste mal am Wasser, der erste Fisch.
Zu solchen Momenten zählt sicherlich auch der erste Hecht. Meist passiert das ganz unverhofft, etwa beim Stippen, wenn sich ein Hechtlein am drehenden Madenbündel beim Einholen vergreift. Ein solch unverhofftes Ereignis ließ mich im Sommer 2008 in die Welt der Raubfische förmlich hineinstolpern. Aber lest selbst:

Wie jeden Sommer waren mein Opa und ich – ich war 14 Jahre alt – in den Urlaub nach Schweden gefahren. Diesmal hatten wir uns ein Ferienhaus nördlich von Göteborg gemietet, es lag sehr abgelegen und ruhig, direkt an einem kleinen See. Im groß und hell ausgefallenen Garten tummelten sich Enten und am Ufer des Sees fand sich sogar ein kleines Boot – ein idealer Tummelplatz also für einen jungen Angler. Ich machte meine Ruten fertig und stippte, was das Zeug hielt.

DSCI0141

Das kleine Häuschen am See – der Traum eines jeden Junganglers :)

 

Rotaugen, Rotfedern – immer wieder ging die Pose auf Tauchfahrt und ich machte reiche Beute. Natürlich fielen die Fische, die auf mein Madenbündel hereinfielen, recht kompakt aus. Schließlich benutzte ich einen 14er Haken, dünnes Vorfach und eine bauchige Pose. Die Montage wurde so eingestellt, dass der Köder im Mittelwasser driftete.

Nach ein paar Stunden wurde mir allerdings etwas langweilig. Zumindest etwas größer dürfte die Beute ruhig ausfallen, dachte ich. Also montierte ich eine Winkelpicker mit einem Tiroler Hölzl und etwas größerem Haken. Die richtig dicken Fische dürften doch eine Etage tiefer zu finden sein. Als fangträchtige Stelle hatte ich eine kleine Krautbank keine 3 Meter vom Ufer entfernt ausgemacht. Der See blieb im Uferbereich zunächst recht flach, von Schilf und Kraut gesäumt, und fiel nach circa 5 Metern etwas steiler ab. Direkt hinter der Krautbank präsentierte ich meine Maden. Die Rute wurde auf zwei Ständern waagerecht aufgestellt, zur besseren Bissanzeige hing ich einen Twister in die Schnur zwischen Rolle und erstem Rutenring (mittlerweile weiß aber auch ich, wofür die Spitze der Winkelpicker gut ist). Soweit der Plan, ich schlenzte die Montage beherzt über die Krautbank und legte die Rute ab.

Und tatsächlich – keine 10 Minuten später tanzt der Twister in der Schnur auf und ab. Der See ist tatsächlich bis zur Oberfläche voll mit Leben! Ich nehme die Rute aus dem Ständer – Anschlag, und hängt. Mein Widersacher leistete deutlich mehr Widerstand als die bisherigen Weißfisch-Jünglinge, die mich auf einen Landgang begleiteten. Ein paar Sekunden später zeigt sich ein pralles Rotauge an der Oberfläche und gleitet in den Kescher, gut über 25 Zentimeter hatte es bestimmt (als Jungangler ist so etwas eine feine Sache! ). In der folgenden Stunde lud ich so einige Fische in meinen Kescher ein – meist waren es Rotaugen um die 25-30 Zentimeter, aber auch andere Weißfische oder Barsche.

DSCI0142

Angeln vom Garten aus

Trotzdem passierte es mir immer wieder, dass die Fische im Drill durch die Krautbank entkamen. Erst hingen sie fest am Haken, ich holte sie ein, dann gab es einen Schlag in der Rute und weg waren sie. Die Antwort offenbarte sich mir nur wenige Sekunden später: Als ich wieder ein strammes Rotauge drillte, gab es einen Schlag in der Rute, doch diesmal verpuffte es nicht im leeren! Auf einmal machte sich ein Widersacher am anderen Ende der Leine mit wilden Kopfstößen bemerkbar, der unmöglich mein zahmes Rotauge sein konnte. Und tatsächlich: Kurz darauf durchpflügte ein recht stattlicher Hecht sichtbar wütend das Oberflächenwasser. Er hatte das Rotauge fest zwischen den Zähnen und sah offenbar gar nicht ein, dass es sich dabei eigentlich um meine Beute handelte. Ich muss damals wohl ein lustiges Bild abgegeben haben, schließlich hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet und auch keinen Dunst, was ich nun tun sollte. Klar war nur: Am Haken hing der Hecht nicht. Das einzige, was uns beide verband, war seine unersättliche Gier, mit der er das gehakte Rotauge in seinem Schlund hielt. Das dünne Vorfach war für so einen Widersacher sicher nicht geschaffen, also musste ich mich beeilen! Schnell griff ich nach dem Kescher und legte das Netz ins Wasser. Ich hielt die Rute sehr hoch, um möglichst viel Schnur zwischen mir und dem Hecht zu haben, denn das Vorfach könnte jeden Moment brechen. Vorsichtig bugsierte ich das Tier in Richtung Ufer, doch da zog er schon wieder ab. Der Hecht legte eine spritzige, kurze Flucht in Richtung Seemitte hin, beruhigte sich aber recht schnell und ich konnte ihn wieder in Richtung Ufer bewegen. Nach ein paar spannungsgefüllten Minuten (die mir eher wie Stunden vorkamen), gleitete ein schöner Hecht in den Kescher und ließ das Rotauge blitzschnell los, als er merkte, dass er sich mit seinem Mittagessen wohl im Regal vergriffen hatte. Doch zu spät, er war schon sicher im Kescher.
Kaum hatte ich meine Beute gelandet, konnte ich mein Glück kaum fassen – stramme 62 Zentimeter maß der Räuber und war wunderschön gemasert. Für mich war es damals der wohl größte Fang, den ich hätte machen können, auch wenn ich Jahre später eher darüber schmunzeln muss….

DSCI0169

Der erste Hecht – und meine Wenigkeit, noch sichtlich überrumpelt.

Monofil oder Geflochtene?

Bei der Wahl der Hauptschnur stellen sich dem Angler zwei Alternativen zur Auswahl: Entweder man entscheidet sich für eine monofile Schnur oder man greift auf eine geflochtene Leine zurück. Beide Schnurtypen haben ihre Vorteile, aber auch einzelne Tücken, die man beachten muss. Je nach Einsatzsituation muss man genau abwägen, welche Schnur geeigneter ist.

Die monofile Schnur besteht, wie der Name verspricht, aus einem einzigen, dicken Strang. Sie ist die traditionelle Angelleine, während die Geflochtene erst später entwickelt wurde. Sie ist in der Regel fast völlig transparent und damit unter Wasser praktisch unsichtbar. Zusätzlich weist sie eine hohe Dehnung auf, was besonders im Drill als Puffer wirkt und ein Ausschlitzen verhindert.

Die geflochtene Schnur hingegen besteht aus einzelnen Strängen, die miteinander verflochten sind. Dabei weisen hochqualitative Schnüre eine runde, glatte Flechtung auf, während billige Schnüre oft rau geflochten sind und gerne ausfransen. Sie ist (bis auf einige Ausnahmen) farbig und damit unter Wasser besser sichtbar. Ihre Dehnbarkeit ist vernachlässigbar gering, was einen guten Kontakt zum Köder ermöglicht, aber auch das Risiko eines Ausschlitzers erhöht. Die Tragkraft ist gegenüber der “Mono” deutlich höher, man kann also auf geringere Durchmesser zurückgreifen, ohne ein großes Risiko einzugehen. Demzufolge lässt sich die Spule mit mehr Schnur füllen, was wiederum beim Fischen auf Distanz von Vorteil ist.

 

Der ausschlaggebende Unterschied der beiden Schnurtypen ist sicherlich die Dehnbarkeit. Bei allen Angelmethoden, in denen direkter Kontakt zum Köder essentiell wichtig ist (Spinnfischen, Feedern etc.), spielt die Geflochtene ihre Stärken aus – durch die fehlende Dehnung spürt man alles, was am Köder passiert. Auch auf lange Distanzen (Bootsangeln) verliert man nicht den Draht zum Köder. Allerdings ist die starke Färbung in einem klaren Gebirgsbach sicherlich kein Vorteil – hier wäre zumindest ein monofiles Vorfach angebracht. Nicht zuletzt spielt auch der Preis eine Rolle – monofile Schnur ist in der Regel deutlich günstiger als Geflochtene und daher greift man gerade als Anfänger gern auf die gute alte “Mono” zurück.

 

Letzlich kann die Frage “Mono oder Geflochtene?” nur von Situation zu Situation entschieden werden. Legt der Angler Wert auf geringe Dehnbarkeit oder höchstmögliche Transparenz?  Angelt er am Alpenbach oder am Baggersee? Wer sich der Eigenschaften bewusst ist, wird auch eine gute Entscheidung treffen können, denn Vorteile bieten beide Schnüre.

Willkommen!

Herzlich Willkommen auf Angelknoten.eu! Hier findet ihr nicht nur Angelknoten und ihre Bindeanleitungen, sondern auch viele nützliche Dinge rund um Angelmontagen und Zubehör. Viel Spaß!