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Angeln für Anfänger – Was brauche ich?

Angeln für Anfänger

Angeln für Anfänger – die ersten Schritte zum schönsten Naturerlebnis der Welt sind keine einfachen, denn Angeln ist mehr als nur den “Wurm zu baden”. Von der Auswahl des richtigen Equipment über die Gewässerwahl bis hin zur Versorgung der Beute und rechtlichen Schutzbestimmungen gibt es unzählige Regeln und Gebote, die es einzuhalten gilt. Aber das Leben ist bekanntlich nichts für Weicheier, also werde ich hier das wichtigste erläutern und ein paar grundlegende Dinge aufklären.

Angeln für Anfänger – Die Ausrüstung

Angeln für Anfänger

Foto: Jan Tik; Edit: Chabacano (Wikimedia)

Beim Gang in das Fachgeschäft wird der Anfänger meist mit einer überwältigenden Menge an Zubehör erschlagen. Was wirklich sinnvoll ist und was nicht zeigt sich oft erst auf dem zweiten Blick. Daher sei hier einmal das wichtigste auf den Punkt gebracht.

Die Rute: Es gibt viele verschiedene Angelruten für ganz unterschiedliche Zwecke. Sie sind meist zwischen 2 und 4 Meter lang, verfügen über einen Kork- oder PVC-Griff und mehr oder weniger viele Rutenringe. Sie kommen in zwei Ausführungen, als Steckrute und als Teleskoprute. Die Steckrute besteht aus 2 oder mehr steckbaren Einzelteilen, während die Teleskoprute aus vielen kleinen Segmenten besteht, die ineinander geschoben werden können und beim Einsatz teleskopartig auf ihre volle Länge ausgefahren werden können. Für welche Rute man sich entscheidet, hängt von vielen kleinen Faktoren ab, ist letztlich aber vor allem Geschmackssache. Die Steckrute hat in der Regel eine bessere Aktion (sie biegt sich gleichmäßiger beim Wurf oder Drill) und ist qualitativ meist hochwertiger, da sie aus weniger Teilen besteht als die Teleskoprute. Die Qualität geht allerdings zu Lasten der Transportgröße, da die Telerute meist kleiner zusammengefahren, als die Steckrute auseinandergesteckt werden kann. Für den Anfang empfiehlt sich eine Teleskoprute, da sie in der Regel günstiger und robuster ist. Außerdem lässt sich ein Anfängerfehler zu Lasten der Rute bei einer 30-Euro Rute besser verschmerzen als bei einer 300-Euro Rute.

Die Rolle: Bei der Rolle lohnt es sich besonders, auf Qualität zu achten. Schließlich ist sie voll mit sich rotierenden, mechanischen Teilchen, die rund laufen müssen. Daher empfiehlt sich der Praxistest im Laden. Läuft die Rolle ruhig und reibungslos? Wackelt die Kurbel oder sitzt alles an seinem Platz? Auf keinen Fall darf man sich von übertriebenen Kugellagern blenden lassen. Schließlich bringen auch 10 Kugellager keinen Vorteil, wenn die Rolle nicht sauber verarbeitet ist. Eine Rolle der Größe 2500 ist ein guter Start. Sie ist nicht zu groß und nicht zu klein für die meisten Anwendungen im Süßwasser.

Die Hauptschnur: Bei der Wahl der Schnur gibt es zwei Optionen: Monofile Schnur oder geflochtene Schnur. Während die Monofile recht dehnbar ist, zeichnet sich die Geflochtene durch ihre sehr geringe Dehnbarkeit aus, sie bietet damit den direkten Draht zum Köder. Dafür ist sie aber oftmals teurer und billige geflochtene Schnüre meist von mangelnder Qualität. Daher greift man als Anfänger am besten auf eine Monofile Schnur zurück. Sie ist abriebfester und günstiger. Die Dehnbarkeit der Schnur wirkt als zusätzlicher Puffer im Drill und die Knoten gehen in der Regel bei monofiler Schnur leichter von der Hand.

Kleinteile: Hier liegt der Hase im Pfeffer. Die Flut an verfügbaren Kleinteilen ist unüberschaubar, daher sollte man sich gerade als Anfänger auf das nötigste beschränken. Dazu gehören: ein paar Posen mit Tragkräften zwischen 2 und 5 Gramm, ein paar kleine Grundbleie und Futterkörbe, ein Schnurlaufröhrchen (da wird das Blei eingehängt), eine Gummiperle (um den Knoten beim Wurf zu schützen), ein Arsenal an Karabinerwirbeln (hier unbedingt auf Qualität achten!), sowie ein Set an fertig gebundenen Vorfächern in verschiedenen Hakengrößen (10-16).

Angeln für Anfänger

Foto: Piotrek91 (Wikimedia)

Nicht direkt am Fischefangen beteiligt, aber dennoch nötig sind ein Fischtöter, ein Messer, Maßband, eine Köderdose, ein Hakenlöser und ein Kescher. Außerdem empfiehlt es sich, eine Zange (falls der Haken aus “unüblichen” Orten entfernt werden muss) und ein Fangbuch (indem man alle Details des Angeltages notiert) mit sich zu führen.
Das ist das nötigste, was man beim Angeln für Anfänger braucht. Später lohnt es sich, in eine zweite (oder dritte, vierte…) Rute zu investieren und sich mit seiner Ausrüstung etwas zu spezialisieren. Man findet schließlich seine Nischen…

 

 

TIpps zum Angeln am Forellenteich

Foto:  4028mdk09 (Wikimedia, Creative Commons)

Das Angeln am Forellenteich ist nicht nur etwas für Anfänger. Auch Profis kommen hier auf ihre Kosten. Meist handelt es sich um Anlagen, an denen man eine Tageskarte löst und dann auf Zuchtforellen, in der Regel Regenbogenforellen, angelt. Hierbei unterscheiden sich die Teiche aber in vielerlei Hinsicht. Auch wenn es nach wie vor den klassischen Forellenteich gibt, einen rechteckigen Teich mit Badewannenprofil und nicht vorhandener Ufervegation, investieren Anlagenbetreiber immer mehr in naturbelassene, anspruchsvolle Teiche. An einem guten Forellenteich finden sich nicht selten eine abwechslungsreiche Ufervegetation, Stege und Angelplattformen und oftmals auch ein naturnaher Mischbesatz mit Forellen, Karpfen, Zandern, Aalen, Weißfisch und vielen Spezies mehr. Solche Teiche können auch erfahrene Angler vor echte Herausforderungen stellen, daher möchte ich hier einen kurzen Einblick in den wohl einfachsten Ansatz geben, mit dem man an einen solchen Forellenteich herangehen kann.

 

Das Gerät – leicht und flexibel

Da die meisten Teiche über speziell ausgewiesene Angelstellen verfügen, an denen man genug Raum zum Werfen hat, empfehlen sich lange Ruten ab 3 Metern Länge mit einem Wurfgewicht bis ungefähr 30 Gramm. Damit bekommt man auch leichtere Montagen komfortabel auf eine ausreichende Wurfweite befördert. Die zweite Rute wird mit einem Grundblei ausgestattet, da wir mit ihr die tieferen Gewässerschichten nach Forellen absuchen. Da an den meisten Teichen mindestens 2 Ruten erlaubt sind, sollte man großflächig arbeiten. Um die Fische zu finden, muss man sich ein bisschen in die Sichtweise einer Zuchtforelle hineinversetzen. Zuchtforellen verbringen ihre ganze Jugend, anders als ihre wildlegenden Artgenossen, in einem kleinen Becken zusammen mit unzähligen anderen Forellen. Daher neigen sie auch nach der Umsiedlung in einen größeren Forellenteich zu ausgeprägtem Schwarmverhalten. Entgegen ihren wilden Schwestern, weisen Zuchtforellen wenig Vorliebe für bestimmte Standorte auf. Sie gewöhnen sich nicht an einzelne Hotspots wie umgestürzte Bäume und sind nicht Standorttreu. Das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, dass sie ihre ganze Jugend in einem badewannenförmigen Gartenteich verbracht haben. Wenn während des Heranwachsens nie die Möglichkeit besteht, sich irgendwo zu verstecken, dann wird man es auch nach dem Aussetzen nicht so schnell erlernen. Für uns Angler heißt das im Klartext, dass sich die Forellen in größeren Pulks durch das gesamte Gewässer bewegen. Statt einzelne Hotspots zu befischen, sollte man lieber eine möglichst große Fläche befischen und verschiedene Tiefenschichten nach den Salmoniden absuchen.

 

Ein Regenbogner im Forellenteich; Foto: Adrian Michael

Ein Regenbogner im Forellenteich; Foto: Adrian Michael

 

 

Die Montagen

An der Posenrute wählen wir eine ganz normale Montage mit einer 5-Gramm Pose. Da die meisten Forellen nicht gerade zimperlich zupacken, kann hier mit etwas gröberer Bissanzeige gearbeitet werden, im Extremfall auch mit einer Wasserkugel. Die Grundrute wird mit einem Tiroler Hölzl von 20g ausgestattet. Es sollte frei auf der Hauptschnur laufen, hier hilft man sich am besten mit einem Schnurlaufröhrchen mit Karabiner. Der Clou an der Sache ist hierbei der Köder: Er sollte unbedingt schwimmen, da die meisten Forellen nur ungern ihre Nahrung direkt vom Grund aufnehmen. Außerdem fällt ein schwimmender Köder den Fischen direkt in das Sichtfeld, man muss keine Sorgen haben, dass der Leckerbissen im Kraut verschwindet. Die Rute wird nach dem Ausbringen der Montage waagerecht abgelegt, der Köder treibt bis auf die Länge des Vorfachs auf. So kann man über die Länge des Vordachs genau kalkulieren, in welcher Tiefe der Köder gerade arbeitet. Hat man ein 60cm langes Vordach montiert und der Teich ist an der Stelle 3,40 Meter tief, so wird der Köder auf einer Tiefe von 2,80 Metern präsentiert. Keine Sorge, viel komplizierter wird es nicht. Die Hauptsache ist, dass man verschiedene Wassertiefen durchforstet. Die Grundrute arbeitet knapp über dem Gewässerboden (tiefer als 40cm über Grund lohnt sich meist nicht mehr), die Posenrute hingegen präsentiert den Köder im Mittelwasser oder bis auf Vorfachlänge unterhalb der Wasseroberfläche.

 

Die Technik am Forellenteich

 

Sind die Ruten erst einmal ausgebracht, empfiehlt es sich, aktiv zu suchen. Wir erinnern uns, die Forellen ziehen in größeren Pulks durch das Gewässer und lassen dabei oftmals keine Gewässertiefe aus. Nun kann man einfach warten, bis sie an unserem Köder vorbeikommen. Da ich aber von Natur aus ein ungeduldiger Mensch bin, hole ich die Montage alle 15 Minuten ein Stückchen ein, damit der Köder Strecke macht. Haben wir ein paar Würfe ohne Erfolg gemacht, stellen wir die Pose etwas tiefer oder flacher ein, um in einer neuen Wasserschicht zu suchen. Hat man einen Biss gehabt, lohnt sich oft ein Versuch an der gleichen Stelle in gleicher Tiefe direkt danach. vermutlich sind noch mehr Forellen anwesend.

Als fängige Köder haben sich vor allem die Klassiker wie Made, Tauwurm und Troutbait bewährt. Bienenmaden und Mehlwürmer sind natürlich auch zu empfehlen. Gerade bei Forellenteig ist aber an der Pose vorsicht geboten: Viele Teigsorten sind schwimmend, eignen sich daher vor allem für die Grundrute. Schwimmender Teig sollte aber nicht an der Posenrute gefischt werden, da es hier zu einem merkwürdigen Schnursalat führen kann und der Köder nicht mehr in der anvisierten Tiefe präsentiert wird. Um Maden, Mehlwürmer und andere Naturköder zum Schwimmen zu bringen, eignen sich kleine Styroporkugeln, die einfach zusätzlich auf den Haken gesteckt werden. Extrapunkte gibt es für Reizfarben, die bei unentschlossenen Forellen auch noch das letzte bisschen Überzeugungsarbeit leisten und zum Anbiss verleiten.

Karpfenangeln delight – mit der Pose auf die Rüssler

Foto: Mike Pennington

Das moderne Karpfenangeln hat in den vergangenen 30 Jahren eine Entwicklung wie so kaum eine Angelnische hingelegt: Boilies, Haar-Rigs und Festbleimontagen gehören mittlerweile zum Standardinventar eines jeden ernsthaften Carphunters. Der Erfolg gibt der Technik recht, denn die Rekordmeldungen von astronomisch großen Schuppis und Spielgern nehmen kein Ende. Mit gezielten Anfütterungskampagnen wird Jagd auf Karpfen der Kategorie 30-Pfund-Plus gemacht – mit regelmäßigem Erfolg. Dabei sieht es immer ein bisschen nach Umzug aus, wenn der Karpfenjäger sich ans Wasser begibt, sein Zelt aufstellt, die Karpfenliege ausklappt und das Rodpod im Boden verankert – das professionelle Basislager liegt im Trend.

3 Ruten, Rodpod und elektronische Bissanzeiger? Karpfenangeln geht auch anders!

3 Ruten, Rodpod und elektronische Bissanzeiger? Karpfenangeln geht auch anders!

Doch es geht auch anders. Mit deutlich weniger Gepäck und mindestens genausoviel Spaß. Ich spreche hier vom Posenangeln auf Karpfen, im Idealfall sogar auf Sicht. Hier geht es weniger um Sitzfleisch und Futterstrategie als vielmehr um den richtigen Draht zum Fisch.

 

Das richtige Gewässer zum Karpfenangeln

Für das Pirschen auf Karpfen empfiehlt sich ein kleiner Teich oder See. Fließgewässer sind generell schwieriger zu befischen, vor allem aufgrund der Strömung. Hier sollte man nach Altarmen oder flachen, bewachsenen Buchten Ausschau halten, die lassen sich am einfachsten befischen.

Das schöne an kleinen Gewässern ist ihre Übersichtlichkeit. Hotspots lassen sich schneller identifizieren und auch Angler ohne Lokalkenntnisse haben hervorragende Erfolgschancen beim Karpfenangeln. In unserem Fall kommt allerdings noch ein weiterer Pluspunkt dazu, die gute Befischbarkeit. Wenn wir unser Gerät so simpel und kompakt wie möglich halten, beschränken sich auch die Einsatzmöglichkeiten. Wir können den Köder nicht allzu weit vom Ufer präsentieren und erreichen auch keine großartigen Tiefen. Unser Jagdbereich beim Karpfenangeln beschänkt sich also hauptsächlich auf den Uferbereich und bei kleinen Gewässern deckt dieser Bereich schon fast den ganzen Teich ab, unser kompaktes Gerät wird uns also nicht zum Nachteil.

Die Ausrüstung

Das Gerät ist so einfach wie möglich zu halten. Eine 2,70m lange, weiche Rute mit geringem Wurfgewicht und einer weichen Spitze ist ideal zum Karpfenangeln. Sie ist lang genug, um auch leichte Montagen auf Weite zu bringen, aber kurz genug, um auch an etwas unkomfortableren Angelplätzen nicht ständig im Baum zu hängen. Hierbei sollte man aber darauf achten, dass die Rute auch das nötige Rückgrat hat, um auch einem großen Rüssler Paroli zu bieten. Dazu kommt eine kleinere Rolle mit monofiler Schnur in ausreichender Stärke (min. 0,25mm). Als Pose kommt eine schlanke 3g-Pose zum Einsatz. Wichtig ist, dass sie nicht allzu auffällig ist, denn wir fischen schließlich im Nahbereich. Alle möglichen Auffälligkeiten sollten tunlichst vermieden werden, um die Fische nicht unnötig zu verschrecken. Ein Karabinerwirbel ist beim Karpfenangeln ein Muss. Hier sollte auf Qualität geachtet werden, da ein Wirbel immer eine Schwachstelle darstellt. Dazu kommt ein handelsübliches monofiles Vorfach mit einem Haken der Größe 10 bis 14, abhängig vom verwendeten Köder. Hierfür eignen sich vor allem vorgebundene Vorfächer, die man einfach aus der Packung nehmen und in den Karabiner hängen kann. Bei der Bebleiung ist darauf zu achten, dass der Großteil des Schrotbleis auf der Hauptschnur über dem Wirbel angebracht ist. Ein Schrotblei muss unbeding auf das Vorfach, da es ansonsten schnell zu Schnursalat kommt, sobald die Montage geworfen wird.

Bei der Köderauswahl kann man gerne etwas kreativer sein: Cocktails aus Made und Tauwurm oder Rotwurm und Mais sind sehr beliebte Köder für das Karpfenangeln, aber auch ein einfaches Madenbündel kann erfolgreich sein.

 

Am Wasser

Bevor die Rute ausgebracht wird, muss das Gewässer untersucht werden. Hierbei gilt: Der Köder muss zum Fisch! Daher muss jedem verräterischen Detail besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Vor dem Karpfenangeln steht also das Beobachten. Morgens und abends verraten sich Karpfen und auch andere Friedfische gerne durch kleine Bläschen, die beim Gründeln entstehen. Steigen Bläschen auf, so hat man einen Hotspot gefunden. Auch buckelnde Karpfen sind ein guter Hinweis. Hier lohnt sich oft ein Versuch mit Schwimmbrot. Ansonsten sollte der Uferbeschaffenheit besonderes Augenmerk gelten. Finden sich umgestürzte Bäume im Wasser? Gibt es ausgeprägte Schilfkanten? Ein Seerosenfeld in Ufernähe? Solche Plätze sind besonders heiß! Generell empfiehlt es sich, gedeckte Kleidung zu tragen, damit man keine Aufmerksamkeit erregt. Außerdem sollte man leise auftreten, da sich Vibrationen unter Wasser schnell fortpflanzen. Polaroidbrille und ein Fernglas sind ebenfalls sinnvolle Ausrüstungsgegenstände, um Karpfen auszumachen.
Eine Handvoll Mais reicht als Futtergabe vollkommen aus, schließlich wollen wir nur das Interesse der Fische wecken, nicht aber ihren Hunger stillen.
Hat man einen Trupp Karpfen oder einen guten Hotspot ausgemacht, sollte man beim Ausbringen der Montage vorsichtig sein. Hier empfiehlt es sich, den anvisierten Platz ein paar Meter zu überwerfen und die Montage dann vorsichtig bis zur gewünschten Angelstelle einholen, damit die Fische nicht durch das Landen der Montage im Wasser unnötig verschreckt werden.
Nach einem gefangenen Fisch muss man meist weiterziehen, da man den Rest der anwesenden Karpfen verjagt hat. Aber gerade bei dieser Art des Karpfenangelns empfiehlt es sich, ordentlich Strecke zu machen und mehrere Hotspots zu beangeln, da man die Ausrüstung schließlich sehr mobil gewählt hat
Generell gilt: Der Köder muss zum Fisch, nicht umgekehrt. Daher kann man ruhig auch mal den Platz wechseln, wenn sich nach einer Stunde noch nichts getan hat und auch sonst keine Aktivität erkennbar ist.
Hält man sich an diese einfachen Grundregeln, steht dem erfolgreichen Karpfenangeln eigentlich nichts mehr im Weg. Auch wenn die erbeuteten Fische in der Regel keine Rekordgrößen aufweisen, so macht es doch jede menge Spaß, mit den Rüsslern auf Tuchfühlung zu gehen. Und welcher Angler bekommt beim Anblick einer verschwindenden Pose keine Adrenalinschübe?

 

Angeln in Südnorwegen: Skottevik

Foto: Kallemax (Wikipedia)

Das Angeln in Südnorwegen zeichnet sich vor allem durch seine Vielfältigkeit aus. Auch wenn die Fische im Süden des Landes im Durchschnitt etwas kleiner sind als im hohen Norden, so wartet der Süden mit seinen ganz eigenen Qualitäten auf. Hier erwarten den Angler ein mildes Wetter, viele Sonnenstunden, malerische Fischerdörfer eingerahmt in blankgespülte Felsen und feine Sandstrände. Nicht umsonst wird die Südküste Norwegens als die “Riviera des Nordens” bezeichnet, denn die angenehmen Wassertemperaturen laden nicht nur zum Angeln, sondern auch zum Baden ein.

In Skottevik kommt jeder auf seine Kosten – ob Angler oder Nichtangler. Der kleine Ort bei Kristiansand bietet alles, was das Angeln in Südnorwegen auszeichnet. Angenehme Temperaturen, eine traumhafte Landschaft, gute Erreichbarkeit mit dem Auto und einen Ferienpark, der keine Wünsche offen lässt – all das spricht für den Ort an der südlichsten Spitze Norwegens.

 

 

Das Skottevik Feriesenter

 

Eine Oase am Meer – so wird das Skottevik Feriesenter oft genannt und man tut ihm damit Recht. Über 3 Kilometer Küstenlinie befinden sich auf dem Gelände des Ferienparks. Strände laden zum Verweilen und Baden ein, Schären warten darauf, entdeckt zu werden. Die Anlage verfügt über ganze 3 eigene Häfen, in denen Boote für Ausflüge und Angeltouren gemietet werden können. Doch nicht nur Angler kommen hier auf ihre Kosten: Auf dem Gelände der Anlage gibt es ein Restaurant, einen Campingplatz und andere Attraktionen wie Minigolf, Beachvolleyball, einen Fußballplatz und ein Trampolin. Sogar ein beheizter Pool und Badebuchten warten auf Schwimmabenteurer. Zum Entspannen laden ferner eine Sauna sowie ein Solarium ein.

 

Angeln in Südnorwegen

Auch anglerisch hat der kleine Ort an der Südküste einiges zu bieten. Regelmäßig werden hier durchaus kapitale Dorsche auf die Schuppen gelegt. Zu den weiteren Zielfischen zählen unter anderem Leng, Köhler, Heilbutt, Lumb und Makrelen. Angeln in Südnorwegen ist besonders erfolgreich, wenn man über ein Boot verfügt. Zu diesem Zweck können im Skottevik Feriesenter kleine Boote, sogenannte Dieselschnecken gemietet werden, mit denen man mit bis zu 8 Personen sicher und bequem angeln kann. Wer lieber auf seine Muskelkraft vertraut, dem sei ein Ausflug mit einem Kanu ans Herz gelegt, welche ebenfalls genutzt werden können. Das Angeln in Südnorwegen ist bekannt für seine Vielseitigkeit, daher kann der ambitionierte Petrijünger alle Spielarten der Sportfischerei auskosten. Angeln vom Ufer ist natürlich auch möglich. Ein Einsatz mit der Spinnrute auf Dorsche oder mit der Grundrute auf Plattfische dürfte von Erfolg gekrönt sein…

 

Anreise

Die Anreise nach Skottevik gestaltet sich denkbar einfach – es dürfte wohl schwer sein, eine Ecke in Norwegen zu finden, die einfacher zu erreichen ist. Hier empfiehlt sich die Anreise mit der Fähre. Kristiansand mit seinem großen Fährhafen ist keine 20 Kilometer entfernt, von Hirtshals fährt ColorLine mit der SuperSpeed I in 3 Stunden und 15 Minuten in die Hauptstadt von Norwegens südlichster Provinz. Wenn man mit mindestens 2 Personen und Auto reist, beginnen die Preise für eine Überfahrt bei 89 Euro.

SuperSpeed bringt Sie zum Angeln in Südnorwegen

Bild: Color Line (Anders Martinsen)

Noch schneller geht es auf derselben Route mit FjordLine. Gerade einmal 2 Stunden und 15 Minuten benötigt die Hochgeschwindigkeitsfähre für die Strecke Hirtshals – Kristiansand. Auch die Preise sind etwas günstiger als bei Color Line, für dasselbe Angebot (2 Personen, 1 PKW) starten die Preise bei 67 Euro pro Fahrt. Zu beachten ist allerdings, dass FjordLine die Verbindung nur in den Sommermonaten bedient. Wer von September bis mitte Mai eine Überfahrt buchen möchte, muss auf ColorLine zurückgreifen.

 

Buchen

Wer auf den Geschmack gekommen ist – buchen kann man das ganze am besten über Andree’s Angelreisen. Andree’s Angelreisen ist ein Reiseanbieter für Angelreisen aller Art. Für ihren Service haben sie bereits zum zweiten mal den Blinker Award verliehen bekommen. Auf der Seite finden sich außerdem noch weitere Details rund um die Anlage und eine schöne Bildergalerie.
Link: Andree’s Angelreisen – Skottevik
Alternativ kann man einen Aufenthalt auch direkt über die Seite der Anlage buchen. Link: Skottevik Feriesenter
Zudem bietet ColorLine auch noch weitere Spartarife an rund um das Thema Angeln in Südnorwegen an – hier lohnt es sich, einfach mal Ausschau zu halten.

Angelurlaub in Norwegen – der Klassiker

Flag_of_Norway

Machen Sie doch mal Angelurlaub in Norwegen! Wenn man von einem Traumreiseland für Angler spricht, dann drehen sich die meisten Ansprüche um Sachen wie Fischreichtum, Abwechslungsreichtum der vorhandenen Gewässer, Süß- sowie Salzwasserreviere in der Nähe, eine reizvolle Natur und das ganze sollte auch möglichst noch mit dem Auto zu erreichen sein. Gibt’s nicht? Gibt’s wohl! Nämlich in Norwegen, dem Klassiker aller Urlaubsländer für Angler aller Coleur. Im ersten Teil meiner Serie “Reisen” gebe ich einen kurzen Einblick in das Land im Norden Europas und seine Einwohner.

 

Landschaft

Die beste Nachricht zuerst: Mit einer Küstenlinie von über 80.000 Kilometern könnte man sich mehr als zweimal um den gesamten Globus angeln und hätte dabei noch nicht einmal die vielen Süßwasserreviere Norwegens erkundet. An Angelmöglichkeiten mangelt es also sicherlich nicht! Die Landschaft Norwegens zählt zu einer der reizvollsten, die man in Europa finden kann. Sie ist von den Skanden, dem Gebirgszug Skandinaviens geprägt und zeichnet sich durch eine zerklüftete Atlantikküste aus, in der die Berge abrupt im Meer verschwinden. Das Hinterland besticht mit Fjells, das sind karge Hochebenen mit alpiner Vegetation, in denen so manch reizvoller Forellenbach zu finden ist. Die berühmteste Fjellregion ist die Hardangervidda im Süden Norwegens, beliebtes Ausflugsziel und größtes Hochplateau Europas.

Angelurlaub in Norwegen

Die Hardangervidda
Bild: David Farreny, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

An der Westküste sind die großen, berühmten Fjorde zu finden. Der größte unter ihnen, der Sognefjord besticht durch eine länge von 204 Kilometern sowie einer atemberaubenden Tiefe von über 1300 Metern. Damit ist er nicht nur der größte europäische Fjord, er ermöglicht auch das Tiefseeangeln, ohne die Küste überhaupt zu verlassen.

Angelurlaub in Norwegen

Foto: Peter Schmidt
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Im Süden sieht es etwas gemächlicher aus – hier prägen sanfte Schärenlandschaften das Bild. Kleine Fischerdörfer, eingebettet in gezeitengeschliffene Felsen, die zum Baden und Angeln einladen, lassen schnell klar werden, warum es sich hierbei um die “Riviera des Nordens” handelt.

Angelurlaub in Norwegen

Ein typisches Panorama der südnorwegischen Schärenküste
Bild: Bjoertvedt, Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported

Klima

In Norwegen ist es eisig kalt, lautet ein gängiges Vorurteil. Dass das so nicht stimmt, lässt sich schon mit einem Blick auf die Durschnittstemperaturen belegen. Im  Sommer wird es nicht selten über 30 Grad warm, auch wenn die Temperaturen von Ort zu Ort schwanken. Verantwortlich für das verhältnismäßig milde Klima ist vor allem der Golfstrom, der die Küste Norwegens ganzjährig mit warmem Wasser aus der Karibik versorgt. Dadurch bleibt selbst im tiefsten Winter die gesamte Küste komplett eisfrei.
Generell kann das Klima in Norwegen in zwei grundlegende Bereiche unterteilt werden, die von den Skanden getrennt werden: Zum einen das feuchte, atlantische Klima an der Westküste Norwegens und zum anderen das trockene, kontinentale Klima im östlichen Binnenland Norwegens bis zur schwedischen Grenze.
Ersteres zeichnet sich durch ganzjährig hohen Niederschlag aus. Das Wetter ist stark vom Atlantik geprägt, daher sind Stürme und Regen keine Seltenheit. Dafür besticht es mit seinen milden Temperaturen, im Sommer sind angenehme 20 Grad keine Seltenheit. Auch im Winter wird es an der Küste nicht sehr kalt.
Im östlichen Binnenland dagegen ist das Klima kontinentaler geprägt. Das Wetter ist deutlich trockener und beständiger. Während die Winter oft kalt und intensiv ausfallen, wird es in den Sommermonaten sehr heiß und trocken (für norwegische Verhältnisse).
Insgesamt kann das Wetter in Norwegen als recht gemäßigt bezeichnet werden, dem Wetter in Deutschland gar nicht so unähnlich.

Gewässer, von denen man gehört haben sollte 

Hier nun ein paar ganz konkrete Fallbeispiele, um die anglerischen Qualitäten Norwegens entsprechend zu untermalen:

Fjord-Norwegen

Angelurlaub in Norwegen

Landschaft Fjordnorwegens
Bild: Ernmuhl (lb.wikipedia)

Okay, das ist schon ziemlich viel für “ein” Gewässer, dennoch ist die Fjordküste wohl die Hauptattraktion für Norwegen-Urlauber aus aller Welt. Hier gibt’s Dorsch, Heilbutt, Leng, Köhler und generell alles, was das Herz begehrt. Vom Strand, vom Boot, im flachen oder im tiefen – hier gibt es “alles unter einem Dach.”

Die Glomma

Angelurlaub in Norwegen

Die Glomma bei Odal
Bild: Øyvind Holmstad

Der größte Fluss des Landes. Stolze 600 Kilometer lang, fließt sie durch Ost-Norwegen und die endlosen Waldlandschaften nördlich von Oslo. Berühmt für Äschen und Hechte.

Der Mjosa

Angelurlaub in Norwegen

Die Insel Helgøya im Mjøsa
Bild: Øyvind Holmstad

Der größte Binnensee des Landes, ebenfalls im Osten gelegen. Eingebettet in sanfte, bewaldete Berge liegt der Mjosa eine gute Autostunde nördlich von Oslo. Die Hauptattratkion stellen hier wohl die Hechte da, die oftmals durch Schleppfischen auf die Schuppen gelegt werden.

Die Schärenküste

Angelurlaub in Norwegen

Schärenküste bei Tjøme
Bild: Karl Ragnar Gjertsen

Auch die Schärenküste ist eigentlich zu groß, um als “ein” Gewässer durchzugehen, aber ich möchte sie euch nicht vorenthalten. Durchgängig warme Temperaturen, eine hügelige, malerische Landschaft und geschützt gelegene Badestrände machen sie zu einem idealen Reiseziel, um Angeln und Familie unter einen Hut zu bringen. Hier machen auch die Norweger Urlaub im eigenen Land.

Anreise

Die traditionell unkomplizierteste Anreise stellt die Reise mit dem eigenen PKW dar – man ist mobil und man bekommt die Ausrüstung mit. Schließlich muss man auch die Mobilität am Urlaubsort bedenken. Norwegen ist ein weites Land und nicht immer besteht eine regelmäßige Busverbindung zum Nachtangeln an einem abgelegenen Waldsee.
Bei der Anreise mit dem eigenen Auto kommen vor allem die guten Fährverbindungen zugute, die von Deutschland oder Dänemark nach Norwegen fahren. Klarer Spitzenreiter bei Fährverbindungen nach Norwegen ist definitiv Color Line.

Angelurlaub in Norwegen

Bild: Color Line (Anders Martinsen)

Sie unterhält Verbindungen von Kiel nach Oslo sowie vom dänischen Hirtshals nach Kristiansand und Larvik. Damit stellt sie die einzige Direktverbindung zwischen Norwegen und Deutschland. Hier lohnt sich die Anreise mit dem Auto gleich doppelt, denn es gibt flexible Auto-Sparpakete, mit denen eine Gruppe Personen plus PKW zu vergünstigten Konditionen reisen. Neben Color Line gibt es noch weitere Fährgesellschaften wie Fjord Line und Stena Line, mit anderen Streckennetzen, aber vergleichsweise ähnlichen Angeboten.
Natürlich kann man auch mit dem Flugzeug anreisen. Neben Oslo, Bergen und Trondheim gibt es viele weitere kleine Flughäfen über das gesamte Land verteilt. Fluggesellschaften wie Wideroe bieten Inlandsflüge an. Bei Reisen mit dem Flugzeug gilt es, die Sondergepäcksbestimmungen zu beachten, damit auch die Ausrüstung fachgerecht transportiert werden kann.

Wissenswertes für den Angelurlaub in Norwegen

In Norwegen spricht man Norwegisch, klar. Aber so einfach ist es nicht. Das moderne Norwegisch ist unterteilt in zwei dominierende Dialekte, Bokmal und Nynorsk, wohingegen Bokmal die verbreiteste Sprache ist. Letzlich sind beide Unterarten der norwegischen Sprache nichts anderes als Dialekte, vergleichbar mit dem Friesischen und dem Sächsischen in Deutschland (mit dem Unterschied, dass sowohl Bokmal als auch Nynorsk offizielle Amtssprachen sind). Für Urlauber, die die Sprache nicht beherrschen, sei Entwarnung gegeben: Die meisten Norweger sprechen ein ausgezeichnetes Englisch.
Alkohol ist in Norwegen überproportional teuer. Als Relikt aus der Zeit der Prohibition gibt es in Norwegen das Alkoholmonopol. Alle alkoholischen. Getränke mit einem Volumenprozentsatz von über 4,8 % dürfen daher nur in eigens vom Staat dafür eingerichteten Läden erworben werden, zu recht hohen Preisen.
Auch in Norwegen lauern einige Fettnäpfchen auf unbedarfte Urlauber. Ein großes Tabu sind Schuhe im Haus, daher gilt: Schuhe aus, wenn man eingeladen ist. Meist bieten die Gastgeber sogar Hausschlappen für Gäste an. Auch sind die Nordländer etwas zurückhaltend. Viele Norweger fühlen sich peinlich berührt, wenn man sich im Bus neben sie setzt, obwohl auch andere Plätze frei sind. Persönlich darf man dieses Verhalten aber nicht nehmen, denn ist das Eis erstmal gebrochen, werden auch die sonst eher kühlen Norweger warm und redefreudig.

 

Reiseziele für Angler

Foto: Stef James

Wenn es um Urlaub geht, ist man für gewöhnlich recht wählerisch. Keiner will sich schließlich die schönsten Wochen des Jahres mit schlechtem Wetter, dreckigen Hotels oder ähnlichem vermiesen. Wir Angler dagegen nehmen wohl eine Sonderkategorie ein. Ohne zu murren, scheuen wir keine Mühen, um auch am Urlaubsort unserer Passion zu frönen. Da steht man schon einmal eine halbe Stunde extra am Check-in Schalter an, nur um die teure Bootsrute als Sondergepäck mit Überlänge aufzugeben. Ganz zu schweigen von der Mission, das ganze Tackle auch fach- und transportgerecht in den Koffer zu bekommen. 20 Kilogramm Freigepäck scheinen spartanisch gering, wenn man das Gewicht eines einzelnen 300-Gramm-Pilker gegenhält – und natürlich die gesamte Sammlung mit auf Tour muss, denn man weiß ja nie….

Das größte Dilemma besteht aber sicherlich, bevor überhaupt der erste Koffer gepackt wird. Während bei einem normalen Familientrip die Wahl des Reiseziels nach simplen, klaren Kriterien abgehandelt wird, ist die Situation bei uns Anglern oftmals wesentlich komplexer. Wo es hingehen soll, entscheidet sich nicht einfach so nach Hotel und Wassertemperatur, nein, auf den Zielfisch kommt es an. Und da hat wohl jeder Petrijünger seine ganz eigenen Vorlieben. Lieber Hechte in südschwedischen Schärenarchipeln? Oder doch lieber Schwarzbarsche in den warmen Fluten des spanischen Ebro? Vielleicht steht der Sinn aber auch eher nach Dorschen aus norwegischen Fjorden. Oder Pollacks aus dem Atlantik vor Irland?
Süß oder Salzig? Bergbach oder Tiefsee? Die Auswahlmöglichkeiten sind wohl grenzenlos, gerade wenn man die exotischen Gewässer von Mauretanien, Kalifornien, Südafrika und anderen Regionen noch mit in Betracht zieht.

Auf den nächsten Seiten möchte ich daher ein paar Reviere genauer unter die Lupe nehmen und herausfinden, was sie zu magischen Orten macht und warum gerade Angler sie besuchen sollten. Ich entschuldige mich im Voraus bei denen, die ich mit meinem Fernweh angesteckt habe – es war mit Sicherheit keine Absicht!

Der erste Hecht

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Es gibt Momente im Leben eines jeden Anglers, die man nicht vergisst. Das erste mal am Wasser, der erste Fisch.
Zu solchen Momenten zählt sicherlich auch der erste Hecht. Meist passiert das ganz unverhofft, etwa beim Stippen, wenn sich ein Hechtlein am drehenden Madenbündel beim Einholen vergreift. Ein solch unverhofftes Ereignis ließ mich im Sommer 2008 in die Welt der Raubfische förmlich hineinstolpern. Aber lest selbst:

Wie jeden Sommer waren mein Opa und ich – ich war 14 Jahre alt – in den Urlaub nach Schweden gefahren. Diesmal hatten wir uns ein Ferienhaus nördlich von Göteborg gemietet, es lag sehr abgelegen und ruhig, direkt an einem kleinen See. Im groß und hell ausgefallenen Garten tummelten sich Enten und am Ufer des Sees fand sich sogar ein kleines Boot – ein idealer Tummelplatz also für einen jungen Angler. Ich machte meine Ruten fertig und stippte, was das Zeug hielt.

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Das kleine Häuschen am See – der Traum eines jeden Junganglers :)

 

Rotaugen, Rotfedern – immer wieder ging die Pose auf Tauchfahrt und ich machte reiche Beute. Natürlich fielen die Fische, die auf mein Madenbündel hereinfielen, recht kompakt aus. Schließlich benutzte ich einen 14er Haken, dünnes Vorfach und eine bauchige Pose. Die Montage wurde so eingestellt, dass der Köder im Mittelwasser driftete.

Nach ein paar Stunden wurde mir allerdings etwas langweilig. Zumindest etwas größer dürfte die Beute ruhig ausfallen, dachte ich. Also montierte ich eine Winkelpicker mit einem Tiroler Hölzl und etwas größerem Haken. Die richtig dicken Fische dürften doch eine Etage tiefer zu finden sein. Als fangträchtige Stelle hatte ich eine kleine Krautbank keine 3 Meter vom Ufer entfernt ausgemacht. Der See blieb im Uferbereich zunächst recht flach, von Schilf und Kraut gesäumt, und fiel nach circa 5 Metern etwas steiler ab. Direkt hinter der Krautbank präsentierte ich meine Maden. Die Rute wurde auf zwei Ständern waagerecht aufgestellt, zur besseren Bissanzeige hing ich einen Twister in die Schnur zwischen Rolle und erstem Rutenring (mittlerweile weiß aber auch ich, wofür die Spitze der Winkelpicker gut ist). Soweit der Plan, ich schlenzte die Montage beherzt über die Krautbank und legte die Rute ab.

Und tatsächlich – keine 10 Minuten später tanzt der Twister in der Schnur auf und ab. Der See ist tatsächlich bis zur Oberfläche voll mit Leben! Ich nehme die Rute aus dem Ständer – Anschlag, und hängt. Mein Widersacher leistete deutlich mehr Widerstand als die bisherigen Weißfisch-Jünglinge, die mich auf einen Landgang begleiteten. Ein paar Sekunden später zeigt sich ein pralles Rotauge an der Oberfläche und gleitet in den Kescher, gut über 25 Zentimeter hatte es bestimmt (als Jungangler ist so etwas eine feine Sache! ). In der folgenden Stunde lud ich so einige Fische in meinen Kescher ein – meist waren es Rotaugen um die 25-30 Zentimeter, aber auch andere Weißfische oder Barsche.

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Angeln vom Garten aus

Trotzdem passierte es mir immer wieder, dass die Fische im Drill durch die Krautbank entkamen. Erst hingen sie fest am Haken, ich holte sie ein, dann gab es einen Schlag in der Rute und weg waren sie. Die Antwort offenbarte sich mir nur wenige Sekunden später: Als ich wieder ein strammes Rotauge drillte, gab es einen Schlag in der Rute, doch diesmal verpuffte es nicht im leeren! Auf einmal machte sich ein Widersacher am anderen Ende der Leine mit wilden Kopfstößen bemerkbar, der unmöglich mein zahmes Rotauge sein konnte. Und tatsächlich: Kurz darauf durchpflügte ein recht stattlicher Hecht sichtbar wütend das Oberflächenwasser. Er hatte das Rotauge fest zwischen den Zähnen und sah offenbar gar nicht ein, dass es sich dabei eigentlich um meine Beute handelte. Ich muss damals wohl ein lustiges Bild abgegeben haben, schließlich hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet und auch keinen Dunst, was ich nun tun sollte. Klar war nur: Am Haken hing der Hecht nicht. Das einzige, was uns beide verband, war seine unersättliche Gier, mit der er das gehakte Rotauge in seinem Schlund hielt. Das dünne Vorfach war für so einen Widersacher sicher nicht geschaffen, also musste ich mich beeilen! Schnell griff ich nach dem Kescher und legte das Netz ins Wasser. Ich hielt die Rute sehr hoch, um möglichst viel Schnur zwischen mir und dem Hecht zu haben, denn das Vorfach könnte jeden Moment brechen. Vorsichtig bugsierte ich das Tier in Richtung Ufer, doch da zog er schon wieder ab. Der Hecht legte eine spritzige, kurze Flucht in Richtung Seemitte hin, beruhigte sich aber recht schnell und ich konnte ihn wieder in Richtung Ufer bewegen. Nach ein paar spannungsgefüllten Minuten (die mir eher wie Stunden vorkamen), gleitete ein schöner Hecht in den Kescher und ließ das Rotauge blitzschnell los, als er merkte, dass er sich mit seinem Mittagessen wohl im Regal vergriffen hatte. Doch zu spät, er war schon sicher im Kescher.
Kaum hatte ich meine Beute gelandet, konnte ich mein Glück kaum fassen – stramme 62 Zentimeter maß der Räuber und war wunderschön gemasert. Für mich war es damals der wohl größte Fang, den ich hätte machen können, auch wenn ich Jahre später eher darüber schmunzeln muss….

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Der erste Hecht – und meine Wenigkeit, noch sichtlich überrumpelt.

Donaukinder – Angeln in Regensburg

Da ich vor ein paar Wochen in die Hauptstadt der Oberpfalz, Regensburg, gezogen bin, wurde es Zeit, sich einmal die umliegenden Gewässer anzusehen. Da ich immer zu Fuß unterwegs bin, war es wichtig, das Equipment auf ein Minimum zu beschränken. Mitgenommen wurde, was am Mann tragbar war. Genauer gesagt handelte es sich um eine simple 3,60 m lange Posenrute und eine kurze Winkelpicker, die zur Spinnrute umfunktioniert wurde. Während ich die Posenrute mit 22er Mono ausstattete, kam an die Spinnrute eine geflochtene Schnur, um der weichen Rutenspitze etwas entgegenzuwirken.

Die Donau im Bereich Regensburg ist ein vielfältiges Gewässer. Da ich wie bereits erwähnt nicht über ein Auto verfüge, war ich gezwungen, mich auf das Stadtgebiet zu beschränken. Aber auch hier bietet sich ein Maximum an Möglichkeiten.
Der Südarm der Donau liefert das klassische Bild eines großen Stroms. Kaimauern, Brücken und eine reißende Strömung. Mit entsprechend schweren Montagen müsse es hier auf Barben gut laufen.
Der Nordarm ist wie ein Kanal angelegt. Hier passiert die Schifffahrt das Stadtgebiet.

Da ich mir für den Anfang ein einfaches, dankbares Revier aussuchen wollte, habe ich mich für den Altarm auf der Wöhrdinsel entschieden. Er liegt direkt am Fuße der Steinernen Brücke und verfügt über ruhiges, flaches Wasser mit jeder Menge Bewegung an der Oberfläche. Immer wieder steigen einzelne Rotaugen und Ukelei an die Oberfläche.
Als ich meine Sachen auspacke, pflügt keine drei Meter vom Ufer entfernt ein Hecht durch einen Weißfischschwarm. Klarer Fall: hier geht was, denke ich und beeile mich, meine Ruten einsatzbereit zu machen. An der Posenrute montiere ich eine bauchige 3g – Pose, Karabinerwirbel und ein einfaches 12er-Haken-Fertigvorfach. 3 Maden kommen an den Haken, die Pose wird auf mittlere Tiefe eingestellt. Vielleicht lässt sich ja ein Rotauge oder ein Barsch verführen.
An die Spinnrute wird ein Stahlvorfach montiert – Stahlvorfach ist in diesem Abschnitt der Donau übrigens Pflicht. In den Karabiner hänge ich einen 3er Colonel-Z Spinner in silber, meine persönliche Allzweckwaffe.

Nachdem alle Ruten montiert, der Kescher ausgeklappt (wir sind schließlich optimistisch) und der Rutenständer platziert sind, schlenze ich die Pose hinaus. Glücklicherweise ist das Wasser relativ ruhig und so halten sich Probleme mit Schnurbogen und Abdriften der Montage durchaus in Grenzen.
Und tatsächlich – wie zu erwarten geht die Pose keine Minute Später auf Wanderschaft. Das nervöse auf- und abzuppeln lässt auf einen Vertreter der Sorte Handlang schließen, wie sich später auch bestätigt. Eine kleine Rotfeder hat sich am Madenbündel vergriffen.
Nachdem der Fisch wieder in sein Element zurückbefördert wurde, bestücke ich den Haken neu und stelle die Montage ein gutes Stück tiefer ein. Leider auch diesmal ohne nennenswerten Erfolg: Auf dieser Tiefe vergreifen sich kleine Grundeln am Madenbündel.

Derart “beflügelt”, greife ich zur Spinnrute, vielleicht lässt sich einer der raubenden Hechte zum Angriff verführen.
Allerdings verfängt sich der Spinner schon beim ersten Wurf im Gerümpel, was auf Grund liegt. Hier ist es offensichtlich flacher als gedacht, denke ich mir und führe meinen Spinner etwas schneller. Und tatsächlich – nach weiteren zehn Würfen bemerke ich einen zarten Anfasser, der leider nicht hängenbleibt. Die folgenden Würfe bleiben ereignislos und so beschließe ich, die Stelle zu wechseln.
100 Meter weiter sieht die Welt schon anders aus. Auf die Posenrute kommt direkt ein Biss eines größeren Rotauges, immerhin muss ich mich hier nicht mit Kleingeistern herumplagen. Und auf der Spinnrute verzeichne ich auch eine Menge Aktivität. Immer wieder springen kleine Fische panisch aus dem Wasser, wenn sich der Spinner nähert. Und zack, endlich erfolgt eine vernünftige Attacke! Anhieb, und… weg. Eine Flanke blitzt auf, das wars. Doch ich lasse mich nicht entmutigen und fische weiter, Wurf um Wurf. Die silberne Flanke irritiert mich allerdings, das war kein Hecht. Vielleicht ein Rapfen?
Langsam bricht die Dunkelheit herein, doch so leicht lasse ich mich nicht entmutigen und fische die letzten Würfe hochkonzentriert durch. Und tatsächlich, kurz vor Schluss fährt ein Schlag durch die Rute. Anhieb, und hängt! Nach einem kurzen, aber spritzigen Drill gleitet ein Aland in den Kescher, mein erster Aland überhaupt. Er erinnert ein bisschen an einen Rapfen, hat aber leicht rötliche Flossen. Nachmessen ergibt 34 Zentimeter, das ist immerhin ein schöner Abschluss einer Erkundungstour.
Langsam versinkt die Sonne hinterm Dom, ich packe meine Sachen und mache mich auf den Rückweg. Auf der Brücke schaue ich mich kurz um, um in die Strömung zu sehen. Das war nicht mein letzter Besuch.

Monofil oder Geflochtene?

Bei der Wahl der Hauptschnur stellen sich dem Angler zwei Alternativen zur Auswahl: Entweder man entscheidet sich für eine monofile Schnur oder man greift auf eine geflochtene Leine zurück. Beide Schnurtypen haben ihre Vorteile, aber auch einzelne Tücken, die man beachten muss. Je nach Einsatzsituation muss man genau abwägen, welche Schnur geeigneter ist.

Die monofile Schnur besteht, wie der Name verspricht, aus einem einzigen, dicken Strang. Sie ist die traditionelle Angelleine, während die Geflochtene erst später entwickelt wurde. Sie ist in der Regel fast völlig transparent und damit unter Wasser praktisch unsichtbar. Zusätzlich weist sie eine hohe Dehnung auf, was besonders im Drill als Puffer wirkt und ein Ausschlitzen verhindert.

Die geflochtene Schnur hingegen besteht aus einzelnen Strängen, die miteinander verflochten sind. Dabei weisen hochqualitative Schnüre eine runde, glatte Flechtung auf, während billige Schnüre oft rau geflochten sind und gerne ausfransen. Sie ist (bis auf einige Ausnahmen) farbig und damit unter Wasser besser sichtbar. Ihre Dehnbarkeit ist vernachlässigbar gering, was einen guten Kontakt zum Köder ermöglicht, aber auch das Risiko eines Ausschlitzers erhöht. Die Tragkraft ist gegenüber der “Mono” deutlich höher, man kann also auf geringere Durchmesser zurückgreifen, ohne ein großes Risiko einzugehen. Demzufolge lässt sich die Spule mit mehr Schnur füllen, was wiederum beim Fischen auf Distanz von Vorteil ist.

 

Der ausschlaggebende Unterschied der beiden Schnurtypen ist sicherlich die Dehnbarkeit. Bei allen Angelmethoden, in denen direkter Kontakt zum Köder essentiell wichtig ist (Spinnfischen, Feedern etc.), spielt die Geflochtene ihre Stärken aus – durch die fehlende Dehnung spürt man alles, was am Köder passiert. Auch auf lange Distanzen (Bootsangeln) verliert man nicht den Draht zum Köder. Allerdings ist die starke Färbung in einem klaren Gebirgsbach sicherlich kein Vorteil – hier wäre zumindest ein monofiles Vorfach angebracht. Nicht zuletzt spielt auch der Preis eine Rolle – monofile Schnur ist in der Regel deutlich günstiger als Geflochtene und daher greift man gerade als Anfänger gern auf die gute alte “Mono” zurück.

 

Letzlich kann die Frage “Mono oder Geflochtene?” nur von Situation zu Situation entschieden werden. Legt der Angler Wert auf geringe Dehnbarkeit oder höchstmögliche Transparenz?  Angelt er am Alpenbach oder am Baggersee? Wer sich der Eigenschaften bewusst ist, wird auch eine gute Entscheidung treffen können, denn Vorteile bieten beide Schnüre.

Grinner Knoten und co. – Der universelle Angelknoten

Der Grinner Knoten gehört zu den universellsten Angelknoten und damit zum Standardrepertoire eines jeden Anglers. Er ist auch unter den Namen Universalknoten Henkersknoten und Uni-Knot bekannt. Sowohl an monofiler als auch an geflochtener Schnur bewahrt er über 80 Prozent der originalen Schnurtragkraft und eignet sich damit für eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Man kann ihn als einfachen Hakenknoten anwenden sowie als Stopperknoten, Verbindungsknoten, Spulenachsenknoten und vieles mehr. Die Schnurdicke spielt dabei keine Rolle, der Grinner Knoten ist sowohl für dicke als auch dünne Schnüre geeignet.

Bindeanleitung:

  1. Führe die Schnur durch die Öse und bilde eine Schlaufe.
  2. Bilde mit dem Schnurende eine Schlaufe.
  3. Wickle das Schnurende in einer Wicklung durch die Schlaufe und um die Hauptschnur und wiederhole diese Wicklung, bis du mindestens 5 Windungen durch die Schlaufe und um die Hauptschnur hast.
  4. Anfeuchten und zusammenziehen.

Ein Video zur Erläuterung findet ihr hier.

Doppelter Grinner Knoten

Eine Abwandlung des Grinner Knoten ist der Doppelte Grinner Knoten. Dieser wird verwendet, um zwei Schnüre miteinander zu verbinden. Er ist einfacher zu binden als der populäre Blutknoten und weist überdies noch eine höhere Knotenfestigkeit auf, was ihn du einem herausragenden Knoten macht, um eine gebrochene Hauptschnur wieder zu verbinden oder um eine Schlagschnur anzubringen. Wenn man etwas mehr Windungen wickelt, ist der Knoten auf für unterschiedlich starke Schnüre oder geflochtene Schnüre geeignet.

Bindeanleitung:

Der Doppelte Grinner Knoten wird fast genauso wie sein einfacher Bruder gebuden. Am Anfang mag es etwas kniffelig erscheinen, da man zwei Schnüre im Auge behalten muss, die miteinander kein Knäuel bilden düfen. Man geht wie folgt vor:

  1. Beide Schnüre parallel zueinander legen
  2. Schnur 1 bildet eine Schlaufe
  3. Das Schnurende von Schnur 1 wird nun durch Schlaufe und Schnur 2 gezogen, ähnlich wie beim “normalen” Grinner Knoten oben.
  4. Wenn mindestens 5 Wicklungen erreicht sind, zieht man den Knoten vorsichtig zusammen
  5. Nun wiederholt man dasselbe mit Schnur zwei, sodass man einen weiteren Grinner Knoten gegenüberliegend erzeugt
  6. Jetzt zieht man beide Knoten vorsichtig gegeneinander, bis sie sich zu einem Knoten verkeilen und fest sitzen

Ein detailliertes Video findet ihr hier.

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